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Landingpage Optimierung Hallo wer bist du, wie ist denn dein Name?

Landingpage Optimierung
Lesedauer ca: 4 Minuten

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen: In meiner Grundschulzeit mussten wir in den ersten Tagen, begleitet durch das Lied „Hallo wer bist du, wie ist denn dein Name, schreibe ihn uns bitte an der Tafel auf.“, vor versammelter Mannschaft antreten. 

Eigentlich eine ganz einfache Frage und in der persönlichen Kommunikation eine der ersten, die man unaufgefordert beantwortet, wenn man auf jemanden Neuen trifft. Besonders spannend fand ich damals auch die Folgefrage: Was kannst du besonders gut? Der erste Sales-Pitch meiner Karriere. Vielleicht macht man sich als Kind darüber weniger Gedanken, das: „Schach“, kam wie aus der Pistole geschossen. Nicht sonderlich cool, aber immerhin. Für die ersten Tage hatte ich eine klare Positionierung. Was aber hat das mit Landingpage Optimierung zu tun?

Man möge mich für Irre halten aber auch heute erwische ich mich manchmal mit der Melodie dieses Liedes im Kopf, wenn ich zum erste Mal auf eine mir unbekannte Seite gehe.  Das mache ich übriges regelmäßig mit dem dem Google „Auf gut Glück“ Button. Los gehts: „Hallo wer bist du? …“

American Express – Unsere Karten? Karten wofür? Jetzt mit Amazon Gutschein? Warum? „American Express, wer bist du?“
Hootsuite – „Verwalten Sie alle Social Media Kanäle aus einem Tool“ > Ein Social-Media-Management Tool, so so, alles klar
Apple – „Iphone 8, die neue Iphone Generation“ > Was ist ein Iphone? Wozu braucht man das?
Thalia.de – „Abtauchen, Auftauchen, weiterlesen“> Scheint was mit Lesen zu tun zu haben.

Ja, schon erkannt, ich stelle mich bewusst dumm aber hat man es als Nutzer nicht verdient, zumindest diese ganz banalen Fragen beantwortet zu bekommen? Klar sollte man sich nicht zu sehr ins Rampenlicht stellen aber eine kurze Info, wo ich hier gelandet bin, wäre schon superfein. Schlussendlich geht es bei einer gelungenen Landingpage um die Gesamtstory, die für den Nutzer schlüssig sein muss.

Vorstellungsrunde – Wer bist du?

Ich will nicht sagen, dass diese Information immer als Text auf der Seite vorhanden sein muss aber sei mal ehrlich, wie oft wird bei alle den Vorteilen, Aktionen, Rabatten, usw. die eigentliche Information vergessen? Als Mitarbeiter deines Unternehmens sagt dir die Marke natürlich etwas. Da draußen sitzen aber jede Menge Menschen, die noch nie von deiner Marke gehört haben. Das noch Schlimmere daran: Neben einem kurzen „Hallo“ hast du nur wenige Sekunden Zeit zu erklären, welchen Vorteil du deinem Besucher bringst, oder welches Problem du lösen kannst.

Ein Positivbeispiel:

Hubspot Website

„Hallo, ich in Hubspot, eine Inbound-Marketing Software, nutze mich, um Leads zu generieren und Deals abzuschließen.“

Das klingt doch nach einer freundlichen Begrüßung. Gratulation, alle Infos vorhanden.

Tipp: Spreche eine Sprache, die Nutzer verstehen bzw. mache relativ schnell verstehbar, worum es geht, wenn du mit Begriffen wie „Engagement Marketing Hub“ um dich wirfst.

Was kannst du besonders gut?, bzw. welches meiner Probleme löst du?

Die Frage ist etwas irreführend, weil eigentlich ist mir ziemlich egal was du gut kannst. In diesem Moment kommt beim Nutzer der Egoismus durch und es stellt sich ganz schnell die Frage: „Warum soll ich dir zuhören?“, „Was bringst du mir?“ bzw. „kannst du irgendeines meiner Probleme lösen, von dem ich bisher noch gar nicht wusste, dass ich es eigentlich habe?“

American Express schafft das nicht
Hootsuite ist sehr deutlich: Kunden identifizieren, gewinnen, binden. … verstehe ich, passt.
Apple: „Say hello to the future“ … sorry aber „hello“ schafft auch mein aktuelles Phone.
Thalia: „Bücher immer versandkostenfrei“ – naja, geht so, das wäre mal einen A/B Test wert.

Tipp: Überlege dir, warum dein Unternehmen existiert? Welches Problem löst eine Kreditkarte? Warum gibt es Thalia? Na?

Warum soll ich dir glauben?, wie cool finden dich andere?

Natürlich kann man alles von sich behaupten, um das Thema Grundschule wieder aufzugreifen: Wenn ich behaupte, ich kann gut Schach spielen, sollte ich zumindest eines der ersten fünf Spiele gegen die neuen Schulkollegen gewinnen, wenn ich möchte, das mir die restlichen Schuljahre noch irgendjemand glaubt. Ähnlich ist es bei deinem Unternehmen. Viel cooler als eigene Aussagen ist es, wenn andere das bestätigen können oder selbst eine Aussage machen. „Es macht extrem Spaß mit Roland zu arbeiten“, klingt doch viel besser als „Ich denke, es macht viel Spaß mit mir zu arbeiten.“ Noch besser: „Ich arbeite jetzt seit 2 Jahren mit Roland und es macht jeden Tag total Spaß.“ Merkst du den Unterschied? Der Social Proof, wie man ihn nennt hat viele Gesichter: Von Zitaten über Sternchen, Punkte bis hin zu abgewickelten Transaktionen, Auszeichnungen usw. Glaubwürdig, ist, wer Behauptungen auch beweisen kann und zwar im Detail.

Tipp: Sogenannte Trust Merkmale untermauern deine Aussagen. Überlege dir trotzdem gut, welche Aussagen zum jeweiligen Zeitpunkt überhaupt Relevanz haben

… und nun?

Tja, bis hierhin sind alle Marketing Manager meist ganz fit. Was nun passiert wird oftmals dem Schicksal überlassen. Dementsprechend allein gelassen fühlt sich auch dein Nutzer. Was soll ich nun tun. Sprich konkrete Empfehlungen aus, biete einen konkreten nächsten Schritt an und nimm die Panik, irgendwie falsch zu handeln. Jede Option, die man vermeiden kann, die für unnötige Fragen sorgt oder Unsicherheit erzeugt, sollte nun beseitigt werden. Befolgt man alle diese Regeln, hat man einen Großteil seiner Hausaufgaben gemacht und kann sich an die im Wettbewerb entscheidenden Details setzen.

Tipp: Gut sichtbar, logisch eingebunden und aktiv formuliert, das macht einen guten CTA (Call to action) aus.

… und schon mal darüber nachgedacht wer du bist? Was kannst du besonders gut?

Autor:

Roland Lindner, Digital Marketing Consultant aus Berlin, bloggt zu Online Marketing - SEO, Paid Media, Social, CRO, Marketing Automation, UX, Digital Sales und Fragen des modernen Lebens.

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